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Entwicklung und Hintergründe

Als Doris Wieghorst über den Jahreswechsel 1993/1994 zum ersten mal für sechs Wochen das ostafrikanische Land Kenia besuchte, ahnte weder sie noch sonst jemand, welche Folgen diese Reise für ihr Leben und für viele epilepsiekranke Kinder aus Kenia und deren Familien haben würde.

Neben der persönlichen Ergriffenheit über die oftmals unmenschlichen Schicksale von epilepsiekranken Kindern und auch Erwachsenen, empörte sie sich besonders über die Ungerechtigkeit, dass arme Kinder keine Chance hatten die Schule besuchen zu können (erst seit 2004 können alle Kinder ohne Schulgebühren die Primary school besuchen).

Auch die Beengtheit, die Armut und mangelnde Hygiene in den Slums von Nairobi und in den ländlichen Gebieten, trugen dazu bei, dass sie gemeinsam mit KAWE (Kenya Asociation for the Welfare of Epileptics) begann, diesen Menschen zu helfen. Mit den Sozialarbeiterinnen von KAWE bereiste sie weite Teile von Kenia. In den verschiedensten Orten von Kenia übernahmen Paten Patenschaften für epilepsiekranke Kinder und deren Familien.

Sogenannte Artzprojekte wurden gegründet. Dort erhielten und erhalten auch heute noch epilepsiekranke Menschen ihre notwendigen Medikamente kostenlos. Medikamente, die sie sich selber nicht kaufen können.

Am 21. Mai 1995 wurde der Verein Kifafa e.V. gegründet.

Im Rahmen ihrer Reisen mit den Sozialarbeiterinnen kam Doris dann auch nach Kendu Bay am Lake Victoria.

Der Lake Victoria ist der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Die Grenzen der drei ostafrikanischen Staaten Uganda, Tansania und Kenia treffen sich im See. Ursprünglich hieß er Ukerewe. Doch als der englische Abenteurer John Haning Speke 1858, auf der Such nach der Quelle des Nils, an den See gelangte, war er überzeugt, dass er Ziel seiner Reise angekommen war. Zu Ehren seiner Queen Victoria taufte er ihn in Lake Victoria um. Einfach so!

Heute leben in der Nähe des Sees vor allem Stammesangehörige der Luo. Die Menschen versuchen sich mit Fischfang, Ackerbau und kleinen Dienstleistungen über Wasser zu halten. Doch viel gibt es hier nicht zu verdienen.

Vor Jahren reichte Kendu Bay fast bis ans Ufer des Sees. Doch immer wieder kehrende Überschwemmungen machten es notwendig die Ortschaft mehr ins Landesinnere zu verlegen. Kendu Bay ist Malariagebiet. Die meisten Menschen leiden und leben mit dieser Krankheit. Hinzu kommen jedoch noch Tuberkulose, Thypus, Epilepsien und AIDS. Allein in Kendu Bay sterben täglich Menschen an AIDS. Zurück bleiben die Kinder und die Großmütter.

„Wir müssen für diese Kinder etwas tun, ihnen eine Zukunft geben. Sie werden nicht gefördert und verkümmern geistig, körperlich und seelisch.“

Mit diesem Anspruch gründeten Doris, gemeinsam mit zwei einheimischen  Milka und CelineFrauen, ein kleine Gemeinschaft in Kendu Bay. Sie sammelten die allein gelassenen Waisenkinder ein. Viele von ihnen hatten eine Epilepsie oder waren Aidswaisen. Mit der Unterstützung von Kifafa entstand die Selbsthilfegruppe: „Mise – Care and Support Group“. Unterstützung fanden die Frauen in der Witwengruppe von Kendu Bay. 

Am 2. Juni 2002 startete das Einsteingymnasium in Kehl am Rhein einen Sponsored Run. Der Erlös  von 16.850 Euro kam dem Projekt zu gute. Man errichtete ein Steinhaus mit drei Räumen für die Kinder. Sie wohnten dort und hatten genug zu essen und zu trinken. Die Kinder wurden von einer Ärztin aus Deutschland gründlich untersucht. Mit der Unterstützung durch Paten konnten die Kinder die Schule besuchen.

Doch bald wurde deutlich, dass die räumlichen Bedingungen im „Waisenhaus“ nicht den notwendigen Erfordernissen genügten. Um klare rechtliche Bedingungen zu schaffen, entschloss man sich für den Kauf von drei Grundstücken. Hier sollte nun ein größeres Waisenhaus für Mädchen entstehen. Das „alte“ Waisenhaus wurde wieder Stein für Stein abgebaut, um dann erneut auf dem neu erworbenen Waisenhausgelände aufgebaut zu werden. Ganz besonders dankbar sind wir Michael Boschert, der etliche Monate in Kendu Bay lebte und wirkte. Ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, dass durch seine bautechnischen Fähigkeiten, seiner aufgeschlossenen und konsequenten Art das Waisenhaus zu dem wurde, als was es sich heute präsentiert. Es wurde wunderschön mit einer Veranda und blauen Säulen gestaltet und beinhaltete eine Schlaf- und Speisesaal, ein Zimmer für die Leiterin und ein Büro.

Aus der Selbsthilfegruppe „Mise-Care and Support Child Project“ entstand die  NGO (Nicht Regierungsorganisation) Kifafa-Care and Support Child Project. Diese konstituierte sich in Nairobi.  Im Vorstand sind ehemalige Patenkinder, die sich für benachteiligte epilepsiekranke Kinder engagieren.

Am 10. April 2007 war es dann so weit. Das Waisenhaus konnte mit acht Mädchen eröffnet werden. Alle sind sie Waienkinder; einige von ihnen leiden unter einer Epilepsie.

Mit den Jahren konnten kontinuierlich weitere Mädchen aufgenommen werden. Heute (2013) leben aktuell 22 Mädchen im Waisenhaus.

Insgesamt beschäftigt Kifafa in 2013 neun Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Alle sind sie Kranken- und Rentenversichert. Keine Selbstverständlichkeit in Kenia. 

2007 besuchten Rita und Konrad Roser unser Waisenhaus. Konrad baute eine schöne Schaukel und Fußballtore für die Kinder. Allerdings mussten diese bereits 2010, auf Grund der Witterungsverhältnisse, erneuert werden.

Seit 2009 besuchen, aus der näheren Umgebung, anfänglich 18 Kinder das Waisenhaus, um hier, von Montag bis Freitag ein kostenloses Mittagessen (Feeding Programm) zu erhalten. Heute sind es 30 Kinder. Manche bleiben dann bis gegen 17 Uhr auf dem Gelände, um mit einander zu spielen. 

2010 wurde mit dem Rohbau eines weiteren Gebäudes begonnen. Hier sollte sich der zukünftige Speisesaal, ein Vorratsraum sowie eine richtige Küche befinden. Aus dem „alten“ Speisesaal sollte ein weiterer Schlafsaal entstehen. Insgesamt sollen bis 30 Mädchen im Mädchenhaus Platz finden.

2011 wurde das neue Gebäude fertiggestellt und eingerichtet. Allerdings wurde erst jetzt bemerkt, dass für die Küche kein Kamin eingebaut wurde. Es wurde schlicht und einfach von den Arbeitern vergessen. 

2012  Um dem großen Andrang von hungrigen Kinder gerecht zu werden wurde ein schöne, große Küche direkt hinter dem Speisesaal gebaut. Auf zwei Öfen wird nun für bis zu 60 Personen gekocht. Die „alte“ Küche wurde zu einem schönen Gästezimmer umgebaut.

2013 konnte ein kleines Haus für die Leiterin des Waisenhauses gebaut werden. Bisher hatte sie in einem kleinen Zimmer direkt neben dem Mädchenschlafsaal gewohnt.

Gleichzeit freuten wir uns über eine Spende, die es uns erlaubte einen etwa 200 qm großen Gemüsegarten anzulegen sowie zwei 10 000 l Regenwassertanks aufzustellen, um auch in der Trockenzeit genügend Wasser zur Bewässerung zur Verfügung zu haben.

Wasserversorgung stellt ein zentrales Problem dar. Mittlerweile können wir bis zu 60.000 l in Regenwassertanks auffangen. 

Mittlerweile ist es uns auch eine Freude, zunehmend mehr interessierte Besucher und Besucherinnen als Gäste im Waisenhaus begrüßen zu können. Manche bleiben einige Monate hier, um im Waisenhaus mit zu helfen, die Menschen vor Ort und deren Lebensbedingungen kennen zu lernen, in Schulen, Krankenhäusern zu hospitieren oder bei Ausflügen mit Einheimischen die wunderschöne Landschaft entlang des Lake Victorias zu entdecken.

Die Entwicklung von Kifafa und Kifafa Care and Support Child Project geht kontinuierlich weiter. In der Ortschaft Kendu Bay wird dem Waisenhaus große Achtung entgegen gebracht.

Wie immer, so stehen wir auch jetzt nicht am Ende eines Entwicklungsprozesses, sondern wir sind gespannt, wie sich unsere Arbeit in den nächsten Jahren in Kenia, insbesondere jedoch in Kendu Bay weiter entwickeln wird.